Wer trägt die Verantwortung für die Menschenrechte?

2. Juli 2026

Liebe Leser*innen,

Wer trägt Verantwortung für die Menschenrechte? Diese Frage ist in letzter Zeit noch bedeutender geworden, denn in ihrer ursprünglichen Konzeption sind Menschenrechte territorial organisiert, staatszentriert und gegenwartsbezogen. In einer Welt, in der die Auswirkungen des Handelns von Staaten, Unternehmen und Individuen globale Auswirkungen haben können und lange noch nachwirken, schützen so konstruierte Menschenrechte immer weniger zuverlässig. Das ist der Grund, warum die SMRI die Auslagerung der Verantwortung für Menschenrechte zu einem ihrer Schwerpunktthemen gewählt hat.

Ende 2026 wird sie dazu ihre erste Grundlagenstudie publizieren. Bereits im Frühjahr hat sie eine Fokusstudie zur Frage publiziert, wie mit der Auslagerung menschenrechtlicher Verantwortung im Kontext der Klimaveränderung umgegangen werden kann – und vor drei Wochen hat die SMRI ihre Jahrestagung dieser Frage gewidmet.

Eine der vielen Fragen, welche an der Tagung aufgeworfen wurde, war, wo denn die politische Gestaltungskraft herkomme, um die Verantwortung für die Menschenrechte von globalen Unternehmen oder von übermächtiger Technologie wirksam einzufordern?

Wir mussten die Frage offen lassen – wenigstens für den Moment. Und so bleibt uns nichts anderes übrig, als unseren kleinen Beitrag zu leisten, indem wir unsere eigene Institution noch besser dafür ausrüsten, ihre eigene Verantwortung für die Menschenrechte wahrzunehmen. An unserer Jahrestagung haben wir das getan, indem wir Sébastien Kessler, Physiker, Gesundheitsökonom, Fachmann und Aktivist für barrierefreie Gestaltung aus Lausanne in den Vorstand der SMRI gewählt haben. Wir heissen Sébastien herzlich willkommen und wünschen ihm alles Gute im Amt! 

Stefan Schlegel
Direktor

Im Fokus

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Klimawandel als Menschenrechtsfrage

Den Klimawandel stärker als menschenrechtliches Thema in der Schweiz verankern – das ist das Ziel der ersten Analyse der SMRI. Sie zeigt, dass sowohl Klimaschutz als auch Klimaanpassung zu den menschenrechtlichen Verpflichtungen des Staates gehören.

Die globale Erwärmung bedroht die Menschenrechte, insbesondere das Recht auf Leben, Gesundheit, Wasser, Nahrung und Wohnen. Die Analyse beschäftigt sich mit den menschenrechtlichen Grundlagen einer kohärenten Schweizer Klimapolitik und arbeitet die daraus resultierenden materiellen und verfahrensrechtlichen Verpflichtungen des Staates heraus. Zudem beleuchtet die Publikation menschenrechtliche Risiken von Klimamassnahmen, extraterritoriale Pflichten, die Rolle privater Akteure sowie die Rechte künftiger Generationen.

Ein Policy Brief übersetzt die Erkenntnisse der Studie in konkrete Handlungsempfehlungen für Bund, Kantone und Gemeinden.

Aktuell

Rückblick auf die Jahrestagung 2026

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Mehr als 100 Personen nahmen an unserer zweiten Jahrestagung in Biel teil. Eine Leitfrage zog sich dabei als roter Faden durch den Tag: Wer trägt Verantwortung für die Menschenrechte? Die SMRI stellte insbesondere ihre kommende Studie zur Auslagerung von Verantwortung für Menschenrechte vor. Ein Vertreter der kenianischen Menschenrechtsinstitution zeigte die Praxis der Auslagerung von Verantwortung im Klimabereich, wie sie die Schweiz und andere Staaten des globalen Nordens praktizieren.

Tätigkeitsbericht 2025

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2025 war ein Jahr des Reifens und zahlreicher Premieren für die SMRI. Neben ersten Stellungnahmen und der Lancierung des online Informationsportals fiel in dieses Jahr auch eine erste Publikation der SMRI, im Themenbereich «Föderalismus und Menschenrechte».

Stellungnahme

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Demokratie braucht offene Türen

Die SMRI spricht sich gegen den neuen Artikel 57gbis des Entwurfs des Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetzes aus, da dieser das Petitionsrecht und die Meinungsfreiheit beeinträchtigt.

Veranstaltung

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Rückblick auf das FIFDH 2026

Kann das internationale Genf die Krise des Multilateralismus überstehen? Ein Podium von Expert*innen diskutierte über die Rolle der Schweiz in dieser Frage.

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Online-Portal: equality law – Alles zum Gleichstellungsgesetz

Dieses neue Online-Portal bündelt über 1'400 dokumentierte Fälle von geschlechtsspezifischer Diskriminierung in der Schweiz. Ziel ist es, das Verständnis und die Anwendung des Bundesgesetzes über die Gleichstellung von Frau und Mann zu fördern und Diskriminierung gezielter entgegenzuwirken.

Podcast: Tatort Umwelt: Ermittlungen aus Polizeisicht

Wie verläuft die Verfolgung von Umweltdelikten auf kantonaler Ebene? Martina Rivola zeigt auf, warum solche Untersuchungen strafrechtlich und verwaltungsrechtlich laufen müssen. 

Podcast: Kimberlé Williams Crenshaw’s path from ‘Backtalker’ to legal scholar

Intersektionalität und «Critical Race Theory»: zwei zentrale Begriffe, die Kimberlé Williams Crenshaw geprägt hat. Im Podcast spricht die US-amerikanische Expertin und Aktivistin über die Entstehung dieser Konzepte und ihre heutige Bedeutung. 

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Wussten Sie, dass jede Person, die sich in der Schweiz für die Förderung und den Schutz der Menschenrechte einsetzt, Mitglied der SMRI werden kann? Ihre Unterstützung und Ihre Teilnahme an unserer Institution sind wertvoll.

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